Stadtmuseum Meppen

Seit Herbst 2020 bildet das neue Stadtmuseum Meppen, zusammen „unter einem Dach“ mit dem „Emsland Archäologie Museum“, den musealen Kern des „Kulturnetzwerks Koppelschleuse“ in Meppen. Auf zwei Ebenen und auf einer Fläche von knapp 800 Quadratmetern laden hier zwei spannende Dauerausstellungen zu einer Zeitreise in die Ur- und Frühgeschichte des Emslands und in die Geschichte der Stadt Meppen ein. Für MUSEALOG*innen ergeben sich insbesondere im Bereich des Sammlungsmanagements sowie in der Planung und Umsetzung von Ausstellungen spannende Tätigkeitsfelder. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Vermittlungsarbeit und die Museumspädagogik. Wir legen Wert auf einen respekt- und vertrauensvollen Umgang und ein kollegial-partnerschaftliches Zusammenwirken an gemeinsamen Projekten auf Augenhöhe.

Stadtmuseum Meppen

An der Koppelschleuse 19a | 49716 Meppen

www.stadtmuseum-meppen.de

PKW empfohlen | Entfernung Oldenburg: 103 km

Routenplaner

Projektskizzen MUSEALOG 2026 II

Während Ihrer Teilnahme an MUSEALOG arbeiten Sie an einem Projekt in einem der beteiligten Museen. Jedes Museum bietet eigene Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Projekte für den kommenden Kurs des Stadtmuseums Meppen sind folgende:

Inventarisierung und Entwicklung der Sammlung des Stadtmuseums Meppen

Das Stadtmuseum Meppen hat mit seiner Gründung im Jahr 2020 engagiert mit dem Aufbau einer stadtgeschichtlichen Sammlung begonnen. Die Sammlung fußt auf einem Sammlungskonzept. Die Erfassung der Stücke erfolgt EDV-basiert mit der Inventarisierungsdatenbank kuniweb. Die bis heute aufgenommenen Museumsstücke stellen den Querschnitt einer „typischen“ stadtmusealen Sammlung dar: neben der Überlieferung zur lokalen Gewerbe- und Handwerksbetrieben, nachgelassenen Gegenständen und Unterlagen aus Meppener Familien, regionaler Kunst, historischen Fotografien, Postkarten, Zeitungsausgaben, Büchern und Urkunden gehören auch archäologische Funde und zeitgenössische Quellen u.a. zum Vereinswesen, zum regionalen Tourismus, zur städtischen Verwaltungsgeschichte sowie zur Alltags- und Freizeitkultur zum Bestand. Perspektivisch sollen auch weite Teile der Museumssammlung des Heimatvereins im Stadtmuseum erfasst und verwahrt werden.

Erfassung und Verzeichnung des fotografischen Nachlasses des Meppener Fotogeschäfts Foto-Prasch (1931–1995)

Im Juni 2025 konnte das Stadtmuseum Meppen den ca. 15.000 Objekte (Fotonegative auf Glas und Zelluloidfilm) umfassenden Nachlass des Meppener Fotogeschäfts Prasch (1931–1995) vor der Vernichtung retten, bergen und in das Museum überführen. Es handelt sich bei dem Bestand um eine kultur- und regionalgeschichtliche Quelle ersten Ranges. Das Schaffen umfasst eine fast lückenlose fotografische Dokumentation nicht nur der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklungen in Meppen und im Emsland von den 1930er bis in die 1990er Jahre sondern porträtiert im engen Wortsinn auch die Meppener Gesellschaft quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen, zeigt Kontinuitäten und Wandel von Mentalitäten, Haltungen, Traditionen, Moden und nicht zuletzt die Menschen selbst, ihre individuellen Lebensgeschichten und Schicksale in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus „erzählen“ die Fotografien aber auch viel über ästhetische Positionen und Sichtweisen der Fotografierenden, Propaganda, politische Inanspruchnahme und Instrumentalisierung, inszenierte Wirklichkeit sowie über die Möglichkeiten und Grenzen dokumentarischer Abbildbarkeit. Der komplette Bestand wird von einer Fachfirma digitalisiert. Anschließend sollen die Motive gesichtet, angesprochen, katalogisiert und schließlich mit der Inventarisierungsdatenbank kuniweb inventarisiert werden. Abschließend sind die Werke konservatorisch korrekt in Pergaminhüllen, Archivkartons und -mappen zu archivieren und zu verstandorten.

Vorbereitung einer Sonderausstellung zu „150 Jahre Kruppscher Schießplatz“

In den 1870er Jahren suchte der Stahlindustrielle Alfred Krupp ein Gelände, auf dem weitreichende Militärgeschütze getestet werden konnten. Die Wahl fiel auf ein Gebiet nördlich von Meppen, wo 1877 der Schießbetrieb begann. Besondere Bedeutung erlangte die Anlage in den Jahren der Aufrüstung und im Ersten Weltkrieg. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. ließ sich in Meppen Geschütze vorführen, auch die sagenumwobene Kanone „Dicke Bertha“ wurde hier getestet. Der „Kruppsche Schießplatz“ war und ist bis heute, als von der Bundeswehr seit 1957 betriebene „Wehrtechnische Dienststelle“ (WTD 91), ein wichtiger regionaler Arbeitgeber und Identitätsstifter. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Einrichtung plant das Stadtmuseum eine große Sonderausstellung, in der die Geschichte des Schießplatzes von den Anfängen bis heute nachgezeichnet wird. Da die museale Beschäftigung mit der Geschichte des Rüstungskonzerns Krupp aber auch mit dem Thema militärischer Gewalt auch eine kritische Betrachtung und ggf. auch klare moralische Positionierung erfordert, kommt der angemessenen, entschiedenen aber gleichzeitig auch sensiblen Konzeption herausgehobene Bedeutung zu, die insofern eine anspruchsvolle, aber auch reizende Aufgabe ist.

Planung und Durchführung eines AG-Angebots zum Thema „Mittelalter“ für die Meppener Ganztagsschulen

Das Stadtmuseum Meppen sieht eine seiner wichtigsten Aufgaben in der zeitgemäßen, erlebnisorientierten Vermittlung von Wissen, Bildung und geschichtlichen Inhalten. Insbesondere Kindern und Jugendlichen sowie Schulklassen und Kindergruppen soll ein spannendes, nachhaltiges Museumserlebnis geboten werden. Das museumspädagogische Angebot deckt von der klassischen, altersgerechten Museumsführung über interaktive Abenteuer-, Forscher- und Erlebnisprogramme, kreative und Bastelworkshops, Lernen und Schulunterricht im Museum, entleihbare Museumskoffer bis hin zu Kindergeburtstagen die ganze Bandbreite moderner Museumspädagogik ab. Als neues Format soll ein AG-Angebot zum Thema „Mittelalter“ für die Meppener Ganztagsschulen entwickelt und durchgeführt werden.